Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Wahrscheinlich müssen Sie viele Bewerbungen verschicken, bis Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Häufen sich aber die Absagen auch bei Stellen, die Ihren persönlichen Qualifikationen und Fähigkeiten besonders entsprechen, dann sollten Sie Ihre Unterlagen noch einmal gründlich überarbeiten.
Ziehen Sie dabei Dritte zu Rate, vor allem Freunde und Bekannte, die sich bereits erfolgreich beworben haben. Prüfen Sie:1) Enthalten Ihre Unterlagen Widersprüche, z. B. in Ihrem Werdegang? Melodie: Einerseits hat er/sie alle möglichen EDV-Programme gelernt, andererseits hat er fast nur als Kaufmann gearbeitet.
2) Gibt es Punkte, die möglicherweise abschrecken? Beispielsweise könnte ein deutliches Überwiegen autodidaktischer Studien den Charakter eines Eigenbrötlers nahelegen.
3) Liegen Ihre Tätigkeitsfelder zu weit auseinander? Wenn Sie beispielsweise im ersten Halbjahr eine Regieassistenz bei einem Marionettentheater durchgeführt, im zweiten Halbjahr den Vertrieb von Skiausrüstungen angekurbelt, im dritten als wissenschaftliche Hilfskraft im Seminar für Altertumskunde gearbeitet und im vierten Halbjahr eine Werbekampagne für die Konkursbank organisiert haben, so erfordert jede Tätigkeit für sich zwar ein Höchstmaß an spezifischen Fähigkeiten, in ihrer Gesamtheit erwecken sie aber den Eindruck, daß Sie nicht recht wissen, welche Tätigkeit für Sie denn nun die Richtige ist.
4) Haben Sie Qualifikationen und Fähigkeiten nicht richtig begründet? Wenn Sie sich beispielsweise auf einen Job als Sachbearbeiter bewerben, fällt die Begründung schwer, warum Sie aufgrund Ihrer Fertigkeiten in DTP- und Grafikprogrammen dafür besonders geeignet sein sollen.
5) Prüfen Sie noch einmal Layout und Sprachstil Ihrer Unterlagen (s. a. Anschreiben / Lebenslauf / Lichtbild / Bewerbungsmappe / Benotung).
6) Haben Sie Ihre Fähigkeiten und Ihren Berufswunsch richtig eingeschätzt? (s. a. Selbstanalyse / Persönlichkeitsprofil) Mit Sicherheit werden Schwachstellen in Ihren Unterlagen nicht krass ausfallen. Doch arbeiten Sie Ihre Unterlagen unbedingt um, wenn Sie auf Widersprüche stoßen. Führen Sie sich vor Augen, dass Ihr Begutachter Sie nicht persönlich kennt und damit auch nicht die vielleicht aufregenden Geschichten, die hinter Ihren Tätigkeiten verborgen sein mögen.