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Randy Crawford: «No Regrets»: 

Hörgenuss ohne Bedauern

09. Okt 2008 11:05
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Sonntagmorgen, heißen Kakao trinkend, in der Badewanne liegend - danach klingt das neue Album von Soulsängerin Randy Crawford. Jens Teschke freut sich über die wieder sehr geglückte Zusammenarbeit mit Joe Sample.

Ganz neu ist die Idee nicht: Eine etwas in die Jahre gekommene Pop-Diva covert ein paar gut bekannte Songs und singt dazu noch ein paar neue Titel. Aber: Wenn die Pop-Diva Randy Crawford heißt und die Begleitmusiker unter der Regie von Joe Sample agieren, dann entsteht eben doch kein Allerweltsalbum, sondern eine Produktion, die mit jedem Song eine andere Stimmung erzeugt, ohne dabei zerfasert zu klingen.

Wieder vereint: Sängerin Randy Crawford und Pianist Joe Sample
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Selbst solche hundert Mal gehörten Songs wie «Respect Yourself», «Angel of the Morning» bekommen durch Crawford noch einmal ein neues Feeling. Begleitet von einem Quartett exzellenter Jazzer wie Steve Gadd am Schlagzeug, Christian McBride am Bass oder eben Joe Sample am Klavier klingen selbst Pop-Standards plötzlich ungewohnt jazzig und frisch. Die Tage des «Street Life»-Erfolgs sind schon länger vorbei, aber natürlich erinnert die Kombination der Namen Crawford und Sample sofort an den legendären Hit der Sample-Gruppe «Crusaders» aus dem Jahr 1979. Damals Disco, heute Jazz.

Was heißt heute - schon vor zwei Jahren hatten Crawford und Sample mit «Feeling Good» ein überaus geglücktes Album produziert. An diesen Erfolg wollen beide anknüpfen. «No Regrets» ist eine geglückte Fortsetzung. Samples Arrangements bieten spannende Pianoläufe, unterstützen Crawfords rauh-samtene Stimme und aus den Händen von Top-Produzent Tommy LiPuma ist in den letzten Jahren noch nie etwas Falsches gekommen. Bisweilen gab es da zwar durchaus etwas überproduzierte Album, etwa von Diana Krall, aber bei «No Regrets» stimmt vom Sound über Instrumentierung bis hin zur Song-Auswahl alles.

In den Songs, genau die richtige Mischung aus Balladen und Uptempo-Nummern, geht es um Liebe und Traurigkeit und damit auch um die Genres Jazz, Blues und Soul. Dabei ist keine Nummer so laut oder nervig, dass man leiser drehen müsste oder skippen sollte. Und selbst wer Edith Piafs «Je ne regrette rien» als unerreichbar und einzigartig ansieht, sollte sich die entspannte und gleichzeitig doch auch heroische Version «No Regrets» anhören. Man wird es nicht bedauern.
 
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