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Computerspiel Grand Theft Auto 4: 

GTA 4 ist «das echte Leben»

13. Mai 2008 07:23, ergänzt 13:21
Ja wo läuft er denn? Szene aus Grand Theft Auto 4
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Das Computerspiel «Grand Theft Auto 4» bewegt die Blogger. Beherzt tauchen sie tief ins dunkle Leben Liberty Citys ein. Außerdem: Medien, Verbraucherschutz, Mode. Der Blogblick.

3,6 Millionen verkaufte Exemplare allein am Starttag, einen Umsatz von knapp 325 Millionen Euro nur in der ersten Woche, deutlich gesteigerte Absätze der Spielkonsolen Xbox 360 und Playstation 3, kein Medium, das nicht einige seine Mitarbeiter nach Liberty City versetzt, wo die Handlung spielt: Der Hype um das neue Computerspiel «Grand Theft Auto IV» («GTA 4») kennt keine Grenzen.

Das wird umso deutlicher, wenn selbst die Tagesthemen um das Thema nicht mehr herumkommen und ihm einen mehr als dreiminütigen Beitrag widmen. Ebenso deutlich wird der Hype vorbei sein, wenn auch das ZDF aufspringt und uns Peter Hahne als Niko Bellic die Vor- und Nachteile seiner Stadt zeigt. Aber so weit sind wir zum Glück noch nicht.

Solange jedenfalls werfen auch die Blogger ihre Konsolen an und tauchen ein in die düstere Unterwelt von «GTA 4». Chris, Blog.MZEE.com, gibt eine Einführung auf der Xbox 360: «Niko Bellic kommt nach Amerika, um seiner Vergangenheit zu entfliehen – doch die holt ihn schneller ein, als ihm lieb ist. (...) Ich lernte seinen großspurigen Cousin Roman kennen, der von der russischen Mafia und Geldhaien immer wieder unter Druck gesetzt wird und der mit seinen Sprüchen glaubt er sei der Beste. (...) Gangsterboss Vlad gibt Niko erste Jobs. Er soll Schutzgeld eintreiben, Personen beschützen, heiße Ware verteilen und dafür sorgen, dass die Polizei nichts mitbekommt. So ist der Plan. Nebenbei lernt Niko eine Lady kennen und führt diese zum Bowling aus. Viele Handlungsstränge machen GTA4 wirklich interessant.»

Im gleichen Blog zeichnet nur wenig später miCash seine Spielerfahrungen auf der Playstation 3 auf: «Um einiges teurer als das XBox-Angebot, aber was tut man nicht alles?» Diesmal lernt Bellic «neue Leute kennen. Damit ändern sich auch eure Jobs. Es wird jetzt immer härter und ihr müsst ab und zu mal eine Drogenbande ausschalten oder ein paar Pornoproduzenten einschüchtern. Daneben könnt ihr jederzeit für diverse 'Freunde' Waffen/Drogen ausliefern oder müsst ein paar exklusive Autos klauen und verschiffen. So bekommt ihr langsam Geld in die Kasse und könnt im Waffenshop einkaufen gehen.» Neu ist, und darauf weist miCash extra hin , «dass ihr bei wichtigen Handlungen selbst entscheiden könnt. Ob ihr die Person tötet oder nicht, beeinflusst euren Spielverlauf. Was die bessere Alternative ist, kann ich (noch) nicht beurteilen.»

SirDregan, Dreggsblogg, wählt hingegen die Xbox-Variante und listet auch gleich die Vor- und Nachteile auf: «Negative Aspekte: - XBox ist lauter als viele offene PCs; Multiplayer bei XBox kostenpflichtig; Kamerasteuerung am Anfang sehr schwer für Mausverwöhnte. Positive Aspekte: sehr günstiges Bundle inkl. 4 Monate 'XBox Live! Gold'; leichte, stufenlose Regulierung von Fahr-/Laufgeschwindigkeit; wirklich sehr dichte Atmosphäre; Grafik ist überdurchschnittlich gut; Soundkulisse ist absolut überzeugend; noch weniger Nachladezeiten als bei den Vorgängerspielen; Steuerung ist selbst für PC User präzise».

Das Weblog Seiten-Ladefehler macht auf einen anderen Aspekt aufmerksam: «In Liberty City gleicht keine Gegend der anderen, so wie man es von anderen Spielen kennt. Es gibt Slums, reiche Gegenden, Industriegebiete, Baustellen … eigentlich alles, was eine echte Stadt so hat. Die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren bringen einen häufig zum Schmunzeln und Lachen. Viele Sprüche gehen weit unter die Gürtellinie, aber damit muss man eben leben, wenn man ein Action-Gangster-Game zockt!»

Der bekennende Wenigspieler donvanone, Dons Tag, erfreut sich auch an den ruhigen Passagen des Spiels: «Irgendwann bin ich dann in meinem Zimmer vor dem Fernseher hängengeblieben. Schon witzig, vor dem (echten) Fernseher zu sitzen und da einem fiktiven Charakter dabei zuzugucken, wie er im Fernsehen eine langweilige Pokersendung anguckt. Aber '72' klingt interessant: Quasi wie 24 (mit Jack Bauer), nur eben dreimal so lang. Wohoo!»

Michael Wolf, Stargazers Blog, kann die «überschwängliche Begeisterung einiger Fans zwar nicht teilen». Sehr gut gefallen hat ihm aber «die Tatsache, dass GTA zu Beginn sehr, sehr friedlich ist. Es zeichnet sich zwar schon ab, dass es dabei nicht bleibt - immerhin ist es GTA - aber zu Beginn kann man sich so erstmal auf das Spiel und den Charakter Niko Belic einlassen. Mit ihm kann ich mich auch definitv besser anfeunden als mit den Hauptpersonen der anderen GTA-Teile, die ich bis jetzt gespielt habe. Toll finde ich auch die vielen Minispiele. Recht früh innerhalb des Spieles kommt man in den Genuss Bowlen zu dürfen. Später hat man wohl auch die Möglichkeit Billard, Dart und anderes zu spielen, Strip Clubs und Bars zu besuchen.»

Ganz anders ergeht es Tom, Born 2 Blog: «leider erfüllt dieses game nicht im geringsten meine erwartungen. im vorfeld hochgelobt und hochgejubelt. als spiel des jahres deklariert. doch in der verpackung steckt nichts halbes und nichts ganzes. die kameraführung gab es schon besser, als shooter ist es nicht zu gebrauchen und als rennspiel versagt es auf ganzer linie dank viel zu schwammiger steuerung. im online-modus über xbox live kann man andere user abknallen. doch auch da haben andere spiele die messlatte weitaus höher gehängt. für mich ist der kauf ein reinfall

Nicht vom Spiel, dafür aber umso mehr von der «ollen Verbots/Killerspiel-Debatte» ist Samuel Greef, SgGrLand, genervt: «Alle Jahre wieder … kommt nicht nur ein neues GTA auf den Markt, sondern die Verbotsapostel (bekommen) auch wieder ein wenig Medienpräsenz. Also alles beim Alten. Führend in der 'wissenschaftlichen' Belegung der Gefährlichkeit von 'Killerspielen' ist das KFN (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen), wobei es natürlich gefährlich ist, etwas nicht objektiv untersuchen zu wollen, sondern mit bereits vorgefasster Meinung zu beweisen versucht».

Das letzte Wort soll diesmal René Walter, Nerdcore, haben: «Es geht bei GTA darum, eine Stadt oder eine Welt zu simulieren. Das echte Leben, wenn man so will. Solche Spiele sind nicht neu und keine Erfindung der Computer-Games. Schon Monopoly oder Das Spiel des Lebens taten genau das: simulierten Leben und Welt, pressten sie allerdings in Regeln. Gehe nicht über Los, ziehe keine 4 Millionen Euro ein. Das fällt bei GTA weg, die einzige Regel: wenn Du 'stirbst', wachst Du im Krankenhaus wieder auf und wenn Du festgenommen wirst, stehst Du ohne Kohle und Waffen vor dem Polizeirevier. Der Rest ist die völlige, absolute Spielfreiheit.»

Anhang

Politikernachwuchs: «Das ZDF hat sich die Rechte an der Kanadischen TV-Show 'The Next Great Prime Minister' gesichert», berichten die Werbeblogger und meinen: «Liebes ZDF, auch wenn euch die jungen Zuschauer ausgehen: Fachleute braucht das Land. Keine medial gebürsteten Politshowhumanoiden, die ihr mit eurem geplanten Format in das rechte Licht rückt.» +++ Drei Fragen stellt Sabbeljan: «Sind Hunde, die Jogger beißen, das Zünglein an der Wade? Gibt es blonden Lippenstift? Wieso gibt es eigentlich keine Kultur, bei der sich die Menschen zur Begrüßung den Finger in den Po stecken?» +++ Verbraucherschutz: Die Medienpiraten legen sich in einem Zweiteiler mit dem ZDF-Magazin «Wiso» an. +++ Hawaii-Hemd des Grauens: Im Lehrerzimmer war Themenwoche. +++ Was mit Medien: Chat Atkins, Sargnagelschmiede, äußert: «TV-Programmentwickler ... das wäre sicherlich ein ganz toller Beruf für euch, liebe Leute aus dem Prekariat, die ihr schon immer 'irgendwas mit Medien' machen wolltet. Ihr werdet da gut bezahlt, dürft euch ständig irgendwelchen Bullshit ausdenken, den die Leute gar nicht sehen wollen, und wenn dann die Angelegenheit erwartungsgemäß floppt, dann macht das rein gar nichts, weil die Konkurrenz noch katastrophaler ist.»

 
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