Unsere Weblog-Kolumne: Ebay - Jobs unterm Hammer30. Sep 2008 07:53  |  Strategie gesucht: Ebay | Foto: dpa |
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Dem einst gefeierten Web-Unternehmen Ebay geht es nicht mehr so gut. Die Blogger listen vieles auf, was ihnen am Online-Auktionshaus gefällt oder nicht gefällt. Außerdem: Bankenkrise, CSU-Krise, Österreich-Krise. Der Krisen-Blogblick.
Es hatte sich angedeutet: Ebay, noch vor drei Jahren auf dem Weg, zentrale Anlaufstelle für Verkäufe aller Art im Internet zu werden, musste in letzter Zeit immer wieder schlechte Schlagzeilen ertragen. Mal waren es die
sogenannten Powerseller
, die mit den veränderten Bewertungsregeln nicht zufrieden waren, mal gab es
Probleme mit dem
Datenschutz. Auch kam der Versuch, Ebay-Kunden aufs hauseigene Zahlungssystem Paypal festzulegen,
nicht überall
gut an. Schon länger geistern auch
Statistiken
über die Menge der Accountleichen bei Ebay durchs Netz.
Kurz: Wäre das Online-Auktionshaus ein Fall für einen der vielen Verkäufer auf Ebay, seine Produktbeschreibung müsste wohl so ausfallen: «Top Ware!!!, nicht OVP (an den Rändern stark abgegriffen & mit Verschleißerscheinungen), aber voll funktionstüchtig und ausbaufähig. Startpreis EUR 1,00.» Zum Glück bleibt uns das erspart, es geht nach
Medienberichten
derzeit aber um den Abbau von 1500 der insgesamt 15000 Arbeitsplätze im Unternehmen.
Wo es kriselt, sind die Blogger nah. In ihren Einträgen geht nicht jeder von ihnen direkt auf die geplanten Stellenkürzungen oder die Krise ein, deutlich wird aber, was alles an Ebay, den Käufen, Verkäufen und Auktionen als nervend bis störend empfunden wird - und was nicht. Da ist etwa Daniel Straub, der gerade seine ersten Verkäufe auf Ebay
hinter sich
hat: «Ein alter PC und ein Packen Ü-Eier. Für zusammen 69,- €. Beide an meinen EDV-Kollegen. Der eh schon keinen Versand zahlt, aber jetzt auch noch extra Konditionen möchte, sonst gibts dementsprechende Bewertungen.»
Christiane Schulzki-Haddouti, KoopTech, wendet sich aus aktuellem Anlass einem alten Rechtsstreit zu: «Fast drei Jahre sind verstrichen, seitdem Ebay im Oktober 2005 gegen Martin Lesser, den Betreiber des Ebay-Auswertungsdienstes Bewertungsprüfer, eine einstweilige Verfügung vor dem Kammergericht in Berlin erließ. In dieser Woche wollte das Gericht die Verfügung vollständig aufheben. Doch zu einem Urteil kam es nicht mehr. Ob die Web-2.0-Kulturtechnik 'Scraping' in Deutschland legal ist, bleibt damit vorerst ungeklärt.» Alles weitere
hier.
Das Steuerratgeber-Blog hat dem eigenen Namen gemäß einen anderen Aspekt
im Blick:
«Unabhängig davon, ob Ebay und Co.-Verkäufer privat oder gewerblich tätig werden, das Finanzamt interessiert sich verstärkt für sie. So suchen die Finanzbehörden mit der Software XPIDER gezielt nach privaten Verkäufern, deren Verkaufsverhalten doch eher als gewerblich einzustufen ist. Aber auch bereits als gewerblich registrierte Verkäufer sollten diese die steuerlichen Folgen Ihres Tuns im Auge haben.»
Rudis Blog
schreibt:
«Meine liebsten Ebay-Kunden sind die, die mir 1 Euro per Paypal überweisen. Paypal verlangt nämlich 37 Cent Gebühren. Da bleibt von meinem Euro nicht mehr viel.» Auch Blogfeuer
hat es
nicht so mit Paypal: «Wie man schon hörte, wurde in den USA jetzt Paypal als Bezahl-Zwang für alle Auktionen mit wenigen Ausnahmen eingefürt. (...) In Deutschland wird Ebay dies auch versuchen wollen, durchzusetzen. Ich hoffe und wünsche mir einfach, dass diese und andere kundenfeindliche Aktivitäten endlich stoppen.»
Auch wegen Sicherheitsbedenken reißt die Kritik an Ebay nicht ab. Das Bonner Wirtschaftsblog
postet
eine Presserklärung zum Thema. Das Gründerblog dagegen gibt einfach nur einen
Überblick
zur Preiskalkulation im Ebay-Handel. Das Auktionsblog warnt vor einem möglicherweise
bösen Erwachen
für Ebay-Shopbetreiber wegen «steigender Kosten für die Sonderoptionen».
Ach ja, und dann sind da auch noch die
bloggenden
Juristen.
Roland Kühl-v.Puttkamer, Werbeblogger,
ist zumindest
anfangs noch zum Lachen zumute, als er den Namen eines Dienstes erfährt, «der Ebay-Verkäufer zu einem Video-Clip verhilft»: HMPF.
Norbert, Lokalteil, nimmt schließlich Paypal zum Anlass, um eine entscheidende Frage zu Ebay
zu stellen:
«Mit solchen Massnahmen versucht Ebay die Kunden vollständig an sich zu binden, gehört doch Paypal zum Konzern. Irgendwie wird für mich Ebay damit völlig uninteressant. Es laufen eh fast nur noch gewerbliche 'Auktionen', echte Schnäppchen sind (fast) nicht mehr zu machen und die Preise liegen teilweise höher (inklusive Versand gerechnet!) als wenn ich im Laden um die Ecke kaufe oder bei anderen Online-Händlern. Warum also noch Ebay?»
MEHR IM INTERNET: Kommentare der Woche |
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Anhang
Paul Newman ist tot
und
fast
überall
gibt
es
Nachrufe.
+++ Die CSU lebt noch,
aber
nicht
mehr
so
richtig.
+++ Bankenkrise: Blog'n'Roll
meint:
«Finanzspritze» und «Milliardenspritze» gehen «gar nicht mehr» und schägt sie als den «Unwörter des Jahres» vor.
Weitere
Beiträge
zum Thema
finden
sich
in vielen
Blogs.
+++ In Österreich
haben
Blogger
jetzt
ganz andere
Probleme.
Und rechte Blogger
triumphieren.
Für das Web ediert von Maik Söhler |