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Ihre Meinung

04. Feb 2002 10:28, ergänzt 26. Feb 2002 16:56
Die Leserbriefe im Februar 2002.

Frank Krause, Berlin
Betr.: Russland droht Rückzug von Olympia an
22.02.2002, 23:30
Ich finde, Sie sollten ruhig parteilicher sein in Ihrer Berichterstattung. Bei der Konkurrenz im Eiskunstlauf geben Sie nur die Ergebnisse wieder. Dabei spottet das «Ergebnis» jeder einigermaßen guten Urteilsfähigkeit. Nicht Hughes hätte gewinnen müssen, sondern die russische Läuferin. Die Spiele verkommen mehr und mehr zu purem Kommerz, zur patriotischen Aufmarschfläche der USA, die hier Vorstellungen geben, die der Dummheit ihres Präsidenten in nichts nachstehen. In diesen Zeiten ist kühle, zurückhaltende Berichterstattung fehl am Platz. Wo bleiben Ihre Berichte über die Machenschaften hinter den Kulissen?


Sven Knuth
Betr.: Olympia
21.02.2002, 23:42
Sind die Leistungen der deutschen Sportler nicht toll? Nicht das ich (bin selber Sportler) die Leistungen der anderen Mannschaften schmälern möchte, aber ich bin schon beeindruckt. Nur die Eishockeymannschaft (mit unfairen Fouls) ist ein kleiner negativer Punkt.

Überall finden Feiern statt, bei uns auf Arbeit gibt es kein anderes Thema. Anscheinend geht es doch, Leistung ist doch möglich in Deutschland. Wenn nur nicht diese Unfähigkeit zu politischen Reformen wäre....

Mein erster Blick führt mich immer auf die Seiten der Netzeitung; wenn ich morgens aufstehe oder spät nach Hause komme.


Angela Thomalla
Betr.: Der Web-Koller kommt
21.02.2002, 16:37
Der Artikel «Der Web-koller kommt» von heute ist sehr witzig, besonders passend dazu der Link am Ende!!! Probieren Sie's mal aus. Die folgende Besänftigung ist wirklich eine Empfehlung wert.


Ingrid Jeczmionka, Erfurt
Betr.: Skandal bei Arbeitsvermittlungen
19.02.2002, 9:19 Uhr
Es ist unglaublich mit welcher Menschenverachtung sich die derzeitige Regierung und vor allem Herr Schröder sich den Problemen arbeitsloser Menschen «widmet». Nicht genug, dass durch seine Steuerpolitik mir als Alleinerziehender 1200 Euro im Jahr verloren gehen, nun sollen auch noch die ABM-Stellen gestrichen und das Arbeitslosengeld abgebaut werden.

Was glaubt Schröder eigentlich, wovon über 20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung im Ostteil des Landes leben sollen? Wenn die Regierung die finanziellen Mittel zur Unterstützung zur Beschäftigungsverbesserung besser durchdacht eingesetzt hätte, wäre auch der Erfolg größer.

Die Politiker fordere ich auf, nur einmal ein Jahr in die Rolle eines Arbeitslosen mit einem durchschnittlichen Einkommen von 1000 Euro im Monat zu schlüpfen ohne dass man auf Ersparnisse zurückgreifen kann - vielleicht sehen sie die Situation dann anders.


Jörg Blohut, Höchst
Betr.: Neuer Tourismusminister in Afghanistan
18.02.2002, 18:29 Uhr
Lese soeben in Ihrer Zeitung, es gäbe einen neuen Tourismus- und Luftfahrminister in Kabul. Für was braucht man dort eigentlich solche Leute?

Soviel ich weiß, gibt es in Afghanistan keinen einzigen Touristen und die zivile Luftfahrt verfügt nach unterschiedlichen Angaben über ein bis drei Maschinen. Ist das nun Großmannsucht oder steckt was ernsthaftes dahinter? Im ersteren Fall wäre es um jeden Euro schade, der in das Land gepumpt wird.


Urban Liebel, Germersheim
Betr.: Schily gibt Ländern Schuld für neue Panne
15.02.2002 17:26
Die Chronologie der bundesdeutschen Geheimdienstskandale wurde wieder einmal um einen Misserfolg erweitert und hat den Verfassungsschutz ins Zwielicht gerückt. Der Law-and-Order-Mann Schily muss sich kritische Fragen gefallen lassen, die eben nicht mehr durch sein öffentliches Krisenmanagement zu beantworten sind.

Offenzulegen sind die Praktiken der Lauscher und Schnüffler, die finanziellen Zuwendungen an V-Leute sowie die politischen Funktionen und Allianzen der Verfassungsschutzämter. Damit der schleichenden Entmachtung des Parlaments durch die Geheimdienste entgegengewirkt werden kann, sollte der Verfassungspatriot Schily einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Er wird sehr schnell feststellen, dass die Schlapphütte im Schatten des Rechts arbeiten.

Anstatt den Diensten mehr Geld und weitere Kompetenzen zur Verfügung zu stellen, sind diese unkontrollierbaren Institutionen abzuschaffen. In einem demokratisch verfassten und rechtsstaatlichen Gemeinwesen gehört der Schutz der Verfassung in die Hände der Bürgerinnen und Bürgern, er lässt sich nicht institutionalisieren.

Die Drahtzieher im braunen Netz sind nur mit einer starken Demokratie zu bekämpfen. Deshalb kann auf ein Parteiverbotsverfahren verzichtet werden.


Helmut C. Sengstmann, Alicante-Costa Blanca
Betr.: Attac gegen private Gesundheitsvorsorge
13.02.2002 12:07
Warum fordern diese weltfremden Spinner denn nicht gleich die Abschaffung der Krankheit? Merken diese vermeintlichen Weltverbesserer erst jetzt, dass die Rederei von der sogenannten klassenlosen Medizin ein sozialistisches Hirngespinst war.

Es gab in Deutschland, wie in fast allen anderen Ländern auch, immer unterschiedliche medizinische Versorgung zu unterschiedlichen Gebühren. Es bleibt eine unbezahlbare Utopie, dass alles medizintechnisch Machbare Allen (möglichst zum Nulltarif) zur Verfügung gestellt werden sollte.

Auch wenn man für eine gerechtere Welt eintritt sollte man sich davor hüten jeden mit seinen merkwürdigen Vorstellungen beglücken zu wollen. Wo bleibt die Toleranz und das Recht auf Ungleichheit? Jeder ist für sich selbst verantwortlich und sollte vor solchen «Beglückern» geschützt werden.


Walter Jungbauer, Berlin
Betr.: Kalifornischer Bischof soll Priesterinnen weihen10.02.2002 11:51
In der Netzeitung wurde über die geplante «geheime» Frauenordination berichtet, in der der «alt-katholische» Bischof Peter Hickman 12 Frauen aus Deutschland und Österreich im Sommer zu katholischen Priesterinnen weihen will. Nicht erwähnt wird bedauerlicherweise, dass in vielen alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union, zu der auch die deutsche alt-katholische Kirche im Gegensatz zu dem erwähnten Bischof Hickman gehört, die Frauenordination schon längst Realität ist.

Die katholische Priesterinnenweihe gibt es also schon seit langer Zeit, ohne dass sie im geheimen ablaufen müsste. Bereits 1996 wurden hier in Deutschland die ersten beiden Frauen zu katholischen Priesterinnen geweiht. Sie sind seit längerer Zeit im Dienst der alt-katholischen Kirche tätig. Auch in den alt-katholischen Kirchen Österreichs, der Schweiz und der Niederlande gibt es bereits (alt-)katholische Priesterinnen. Und das Ganze vollkommen ohne «Geheim»-haltung. Natürlich werden auch diese Weihen von der römisch-katholischen Kirche als «ungültig» erklärt.

Aber das stört die von Rom vollkommen unabhängigen alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union herzlich wenig. In ihnen sind schließlich auch die synodale Kirchenstruktur, in der alle Glaubenden über den Kurs der Kirchen mitbestimmen können und die Abschaffung der verpflichtenden Ehelosigkeit der Priester (und Priesterinnen) sowie andere Reformen ohne ein «Placet» von Rom eingeführt worden. Statt dessen pflegen die alt-katholischen Kirchen intensive ökumenische Kontakte zu anderen Kirchen bis hin zur Abendmahl- und Kirchengemeinschaft. Wer also eine freiheitsliebende, reformorientierte und dennoch der katholischen Tradition verbundene Kirche sucht, muss nicht ins «geheime» gehen. Es gibt sie längst in aller Offenheit. Man muss sie nur ein wenig suchen, da sie mit rund 25.000 Mitgliedern in Deutschland nicht sehr groß ist.

Claas Michaelis, Göttingen
Betr.: Kirch-Konzern vor der Zerschlagung
06.02.2002 03:00
Offensichtlich scheint der Wahlkampf noch vor seinem eigentlichen Beginn entscheidend beeinflußt zu werden. Die vielfach gerühmte Wirtschaftspolitik von Edmund Stoiber in seiner Funktion als bayerischer Ministerpräsident ist durch die desaströse Situation der KirchGruppe mehr als kritisch zu hinterfragen. Besonders pikant ist nämlich, dass Stoibers Staatskanzlei eigentlich seit längerem sehr genau über die finanzielle Krise des Herrn Kirch Bescheid wissen müsste. Schließlich ist die Bayerische Landesbank mit rund 2,2 Milliarden Euro größter Gläubiger der KirchGruppe. Überflüssig zu erwähnen, dass der Freistaat mit über 50 Prozent die Mehrheit an der Landesbank hält. Da erscheinen die rund 600 Millionen Euro der Deutschen Bank in den Kreditbüchern von Leo Kirch geradezu als «Peanuts». Eine äußerst merkwürdige Auffassung moderner Wirtschaftspolitik ein einzelnes Unternehmen derart massiv zu unterstützen, zumal dessen wirtschaftlicher Erfolg schon seit längerem nicht in Sicht ist.

Mit aller größter Wahrscheinlichkeit scheinen Herr Stoiber und seine Parteiamigos genau denselben Fehler begangen zu haben wie Eberhard Diepgen mit der Bankgesellschaft Berlin. Auch der «Enronist» George W. Bush und sein Team lassen grüßen.

Inzwischen ist der «Rettungs-Kanzler» Schröder schon am Werk und berät mit den Vorständen der Gläubiger-Banken das weitere Vorgehen, um eine Übernahme durch den austroamerikanischen Medientycoon Rupert Murdoch zu verhindern. Muss er am Ende gar das ausbügeln, was über Stoibers Schreibtisch ging? Denn den ein oder anderen Gefallen wird dieser wohl seinem «Freund» Kirch getan haben, wenn Leo mal wieder Geld brauchte, um sich die Formel Eins oder anderes einzuverleiben. Am Ende hilft Schröder seinem Herausforderer noch aus einer äußerst peinlichen Lage, indem er nicht nur Kirch sondern mit ihm die Bayerische Landesbank vor dem Untergang bewahrt.


Stephan Köhnk, Rotenburg
Betr.: Grass: Stoiber größere Gefahr als Skinheads
04.02.2002 08:04
Nun ist er da, der neue Kanzlerkandidat der Union. Er rennt von einer Talkshow zur nächsten und verbreitet seine Thesen. Nur welche.....mal müsse der Staat sich weiter verschulden, um präventiv gegen die Rezession anzukämpfen, ein anderes Mal müsse unbedingt die Neuverschuldung gestoppt werden.....und viele andere Beispiele. Was hat sich die Union dabei gedacht, diesen Mann zum Kanzlerkandidaten zu küren.

Dieser Mann ist eine rhetorische Zeitbombe, die unbedingt gestoppt werden muss, denn Edmund Stoiber weiß oft nicht, was er sagt und nicht, was er mit diesen unqualifizierten Äußerungen anrichten kann.

Günter Grass hat schon recht, wenn er Stoiber mit Rechtspopulisten wie Haider oder Berlusconi auf eine Stufe stellt. Nur können und sollten wir uns durch diese Niete nicht im Ausland blamieren lassen.


Klaus Hogewitz-Georg
Betr.: US-Satellit in den Persischen Golf gestürzt
03.02.2002 13:24
Wieder einmal ist ein Satellit unkontrolliert abgestürzt, wieder einmal ist nichts passiert. Es wäre sicher etwas teurer gewesen, den Satelliten mit einem Korrekturtriebwerk auszurüsten, damit ein kontrollierter Absturz die Folge gewesen wäre.

Natürlich war bei Start des Satelliten klar, dass er unkontrolliert abstürzen wird. Eine Gefährdung von Menschenleben hat man bewusst in Kauf genommen. Es fragt sich, ob eine solche vorsätzliche Gefährdung von Menschenleben nicht völkerrechtlich als Straftat geahndet werden muss.

Irgendwann wird etwas passieren, das lässt sich aus Wahrscheinlichkeitsberechnungen belegen. Aber eins ist sicher, sollte irgendwo in Indien oder sonstwo auf der Welt jemand dadurch zu Tode kommen, so wird man es einen bedauerlichen Unfall nennen. Zur Verantwortung wird niemand gezogen werden.


Pfarrer Hendrick Jolie, Mühltal
Betr.: Bundestag stimmt für Import embryonaler Stammzellen
02.02.2002 02:53
Embryonale Stammzellen dürfen zukünftig zu Forschungszwecken importiert werden. Dass die Kirchen von einem «ethischen Dammbruch» sprechen, ist verständlich. Wenn sie zu recht beklagen, dass hier die Menschenwürde des Embryos nicht ausreichend geschützt wird, vermisst man jedoch das Eingeständnis der Oberhirten, dass sie selbst einen nicht unbedeutenden Anteil an diesem «ethischen Dammbruch» haben.

Konkret heißt das: Jahrelang haben zum Beispiel katholische Bischöfe in der Schwangerenkonfliktberatung durch Ausstellung eines «Scheins» den Weg zur Abtreibung frei gemacht. Sie hörten erst damit auf, nachdem der Papst sie mehrfach dazu aufgefordert hatte. Dieser hatte viel früher erkannt, welche Verschiebung im Bewusstsein der Menschenwürde hier stattfinden würde. Für diese uneindeutige Haltung wird der Kirche nun die Quittung präsentiert. Leider ist es jetzt zu spät.

 
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