05. Nov 2002 14:11, ergänzt 29. Nov 2002 09:53
Leserbriefe vom November 2002.
Peter Meier-Bergfeld
Betr.: Ströbele will USA Überflugrechte verweigern
28.11.2002, 22:53 Uhr
Ströbele hat vollkommen recht. Jegliche Unterstützung der Amerikaner bei dem, was verschleiernd «Militärschlag» oder gar «Irak-Feldzug» genannt wird, aber ein Angriffskrieg sein wird, ist sowohl völkerrechtlich als auch innerstaatlich verboten. Im Artikel 26 Grundgesetz heißt es unmissverständlich und nicht durch grenzenlose Auslegung ins Gegenteil pervertierbar: «Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere einen Angriffskrieg vorzubereiten, sind verfassungswidrig.» Kann sich die Bundesregierung wegen des Stationierungsvertrages der Unterstützung nicht entziehen, so ist dieser zu kündigen, andernfalls die Nichtsouveränität Deutschlands klar am Tage liegt. der Stationierungsvertrag stammt ja aus tagen der beschränkten Souveränität Deutschlands. Einen souveränen, halbkolonialen Status sollten wir nicht länger hinnehmen. Selbstverständlich gilt das Unterstützungsverbot von «Handlungen, die geeignet sind...» auch gegenüber dem Staat Israel.
Saul Len
Betr.: Arktischer Eisschwund beschleunigt sich
28.11.2002, 10:18 Uhr
Das ist ein guter Witz, der Nordpol eisfrei. Noch vor Hundert Jahren riskierten etliche Gesundheit und Leben um eine eisfreie Durchfahrt zu finden. Nun wird der Traum wahr, aber niemand kann damit was anfangen. In Zeiten des Panama Kanals und des Luftverkehrs braucht niemand mehr da oben einen Seeweg.
Carsten Pötter
Betr.: Betrug und Selbstbetrug
24.11.2002, 21:55 Uhr
In Ihrem Artikel treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Ich habe seit ein paar Tagen eine Plattform im Internet installiert, um den Unmut zu kanalisieren und Alternativen zu schaffen. Einige Passagen aus Ihrem Artikel finden Sie unter Status quo wieder: www.land-apo.de/initiative.
Helga Blackert
Betr.: Konkurrenz der Kosmopoliten
25.11.2002, 13:23 Uhr
Ein hervorragender Artikel! Brilliante Formulierungen, die in eine Enzyklopädie moderner Kunstgeschichte gehören. Sie wecken Neugierde und machen Lust die Ausstellung «Avantgarden! Kunst in Mitteleuropa 1910 - 1930» mit diesem Artikel im Kopf oder in der Hand zu durchwandern und selbst zu erleben. Solche Artikel sind gute Gründe der Netzeitung weiterhin als Leser treu zu bleiben.
Klaus Schaberg
Betr.: Leben mit einem Terror-Piloten
20.11.2002, 10:40 Uhr
Ich gratuliere Ihnen und bedanke mich für einen solch guten Bericht. Leider findet man solche Artikel, die nur die Wahrnehmung des Autors, nicht aber seine politische Überzeugung oder «Sendungsbewußtsein» widerspiegeln, viel zu selten.
Mortica Addams
Betr.: Bund will Bezüge von Beamten drastisch kürzen
20.11.2002, 9:43 Uhr
Da stellt man sich doch die Frage, wieso trifft es wieder nur die Beamten?
Die Mehrzahl der im Öffentlichen Dienst Beschäftigten sind Angestellte und Arbeiter. Deren Weihnachtsgeld ist vermutlich tariflich festgelegt und wird nicht angetastet. Aber bei den Beamten, die nicht streiken dürfen, da kann man problemlos Kürzungen durchsetzen.
Als vor einigen Jahren die Arbeitszeiten für Beamte hochgesetzt wurden (von 38,5 auf 40 Wochenstunden) war es genauso. Die Arbeitszeitverringerung hatten die Beamten gemeinsam mit den Angestellten durch Verzichte bei tariflichen Gehaltserhöhungen «erkauft». Als «Not am Mann» war, wurde die Arbeitszeit für die Beamten wieder erhöht, die verzichteten Gelder, natürlich nicht nachgezahlt. Die Angestellten haben immer noch die 38,5-Stundenwoche. (Ich gönne es diesen natürlich von Herzen.)
Auch bei den Rentenbeiträgen wird immer übersehen, dass die Beamten ein entsprechend niedrigeres Bruttogehalt als vergleichbare sozialversicherungspflichtige Angestellte bekommen. Der Arbeitgeber (Staat, Gemeinden) hat dadurch niedrigere laufende Kosten als für Angestellte.
Daniel Wrede
Betr.: «Körperwelten»-Macher will live sezieren
18.11.2002, 22:36 Uhr
Schon früher habe ich die Ausstellung «Körperwelten», die auch in Köln gastierte, mit großer Skepsis betrachtet. Immer wieder wird von Professor Gunther von Hagen der wissenschaftliche Anspruch in den Vordergrund seiner Arbeit gestellt. Auf mich wirkt Herr von Hagen nicht unbedingt nur der Wissenschaft verpflichtet, sondern seine ganze Erscheinung und sein Gebaren lässt auf eine gehöriges Maß an Selbstdarstellungsdrang und Profitstreben schließen. Oder ist dieser ganze Körperweltenwahnsinn etwa ein Non-Profit-Unternehmen?
Natürlich ist dies eine subjektive Einschätzung eines nicht unbedingt mit der medizinischen Materie vertrauten/interessierten Charakters. Ich frage mich allerdings, was haben die ganzen toten Körper, hinter denen allen eine ganz persönliche Geschichte steht, in der Öffentlichkeit zu suchen? Wo ist der wissenschaftliche Nutzen, wenn Herr von Hagen beabsichtigt, eine Leiche vor Publikum zu öffnen?
Wenn denn Herrn von Hagen dieser wissenschaftliche Nutzen so wichtig ist, dann sollte er diese Körper eher in den medizinischen Fakultäten belassen und dort, wegen meiner, auch anhand der Öffnung entsprechender Körper, angehenden Ärzten vermitteln, was möglicherweise für Ihre spätere Tätigkeit wichtig sein könne. Dort ist der Nutzen erklärbar. Ich erschauere, wenn ich sehe, wie weit wir gekommen sind, dass wir Menschen Gelegenheit geben, sich so in ein reales Gruselkabinett zu begeben. Das passt ganz zu dem zunehmenden Voyeurismus, den man leider in unserer Medienlandschaft erkennen muss. Wo um Gottes Willen bleibt die Pietät?
Anja Schröder, BfS Braunschweig
Betr.: Cogema nennt Zeitraum für Castor-Transport
18.11.2002, 9:41 Uhr
In Ihrem Artikel schreiben Sie, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) habe sich «bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert».
Ich möchte Sie hier auf den Internet-Auftritt des BfS (http://www.bfs.de/) hinweisen. Sie finden dort unter «Aktuelle Texte» die Position des BfS vertreten.
Niels Boeing, Hamburg
Betr.: Krawalle nach Demonstration in Hamburg
17.11.2002, 20:27 Uhr
Wenn Sie die Demonstration miterlebt haben, werden Sie wissen, dass die Polizei ihren Teil dazu beigetragen hat, die Situation eskalieren zu lassen. Bis zur Abschlusskundgebung war alles friedlich, diese wurde dann durch eine provokative Polizeikette, die die Teilnehmer in zwei Gruppen teilte, verhindert. Einen Grund für diese Aktion gab es nicht, jedenfalls wurde er uns nicht mitgeteilt.
Wenn Sie sich einige der Autonomen angeschaut haben, dürfte Ihnen vielleicht auch das «gestylte» Aussehen der «Schläger» aufgefallen sein. Ich finde es ungewöhnlich, dass da Leute mit teuren Carhartt-Jacken ins Gefecht ziehen. Schon mal darüber nachgedacht, dass es auch Agent Provocateurs gegeben haben könnte? St. Pauli selbst demonstriert friedlich! Wir haben diesen Senat satt und Krawalle ebenfalls. Schreiben Sie nicht nur die Hälfte!
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: Lambsdorff entlastet Möllemann
14.11.2002, 09:04 Uhr
Die Erkenntnis von Graf Lambsdorff kommt spät, aber nicht zu spät. Ein Mensch, der seit 46 Jahren wählt (allerdings nicht diese Partei), war schockiert über die Fehler, die von der FDP vor und während dieses Wahlkampfs gemacht wurden.
Dass ein Herr Westerwelle sich nicht entblödet, manipuliert von seinem Stellvertreter, in einen Idioten-Container zu steigen und dort versucht, das Niveau der Insassen zu kopieren, hat mir gezeigt, dieser Mann hat nichts begriffen und sollt seine Dienste lieber einem rheinischen Karnevals-Verein zur Verfügung stellen. Wenn er jetzt wirklich etwas für diese Partei tun will (deren Anspruch er nie begriffen hat) sollte er zusammen mit seinem Freund Möllemann in der Versenkung verschwinden. Ansonsten sehe ich schwarz für diese Partei.
Karsten Wulf
Betr.: Netzeitung
12.11.2002, 23:05 Uhr
Ich finde Ihre Zeitung einfach super! Hoffentlich bleiben sie auch weiterhin so aktuell und umfassend.
Sven Müller
Betr.: Grammatikalische Mängel
11.11.2002, 03:54 Uhr
Insbesondere in Zeiten politischer Wirren und kurz nach der Wahl nutze ich viele Medien wie die Netzeitung. An Ihrem Format schätze ich vornehmlich Aktualität sowie Prägnanz. Jedoch, und hiermit outet sich der Schreiber dieser Mail als Pedant, existiert wohl keine einzige Seite innerhalb Ihrer Plattform ohne grammatikalische Mängel.
Wenn bei Ihnen das Redigieren der Schnelligkeit weichen musste, ist das zwar nachvollziehbar, weckt jedoch zumindest bei mir einen leicht unprofessionellen Eindruck. Trotzdem vielen Dank für die gute Arbeit!
B. Hollnagel
Betr.: Verlängerung der Spekulationsfrist im Gespräch
06.11.2002, 13:26 Uhr
Wird die Absicht verwirklicht, nach der - zeitlich unbegrenzt - alle «Gewinne» versteuert werden sollen, so muss das zum Fiasko führen. Ein Immobilien«gewinn», nach 30 Jahren realisiert, bedeutet, dass der größte Teil des «Gewinnes» inflationsbedingt ein Scheingewinn ist. Der Wert ist zwar nominal gestiegen, der Gegenwert in Kaufkraft gerechnet aber nicht.
Es würden demnach «Gewinne» versteuert werden müssen, die keine realen Gewinne sind. Zudem: Immobilien, die als Darlehen-Sicherheiten gegeben wurden, hätten nun wegen der Steuerlast viel geringere Werte: Die Sicherheiten reichen nicht mehr aus, die Kredite werden fällig gestellt der Konkurs ist nicht mehr abzuwenden und der Mittelstand bricht vollends zusammen.
Stefan Voß, München
Betr.: Rentenbeitrag steigt auf 19,5 Prozent
05.11.2002, 07:13 Uhr
Die letzte Sitzung der Parteiführungen von SPD und Grünen hat wieder einmal bewiesen, dass diese einst so selbstbewusste Partei nur noch zu einem Appendix der SPD geworden ist und was Koalitionsvereinbarungen wert sind. Das Demokratieverständnis der SPD ist eine Diktatur der Partei.
Dies wäre nicht so schlimm, wenn die ganze Angelegenheit ökonomisch sinnvoll gewesen wäre. Denn letzten Endes bedeuten diese Maßnahmen nur steigende Lohnnebenkosten. In der gegenwärtigen Verfassung der Wirtschaft bedeutet dies wieder mehr Arbeitslose und damit weniger Beitragszahler. Aber um diese Einnahmeausfälle dann wieder auszugleichen, kann die SPD ja wieder die Beiträge erhöhen.
Man kann sich nur wundern mit welcher Dummheit wir regiert werden. Eines ist jedoch klar: Wenn diese SPD-Regierung vier Jahre so weiter macht (Grüne haben sowieso nichts mehr zu sagen), dann benötigt die deutsche Volkswirtschaft mindestens zehn Jahre, um sich von dem Flurschaden zu erholen, der in dieser Zeit angerichtet worden ist.
Fred James Pfeiler, Frankfurt
Betr.: Netzeitung
03.11.2002, 09:37 Uhr
Endlich, endlich habe ich eine Zeitung im Internet gefunden die seriöse und auch aktuelle Berichterstattung bringt. Aktuell war heute, Sonntag morgen, Ihr sehr guter Bericht über den Tod und die Beerdigung von Siegfried Unseld. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg weiterhin und werde die Netzeitung in Zukunft regelmäßig nutzen.