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Ihre Meinung

04. Dez 2002 15:22, ergänzt 17. Dez 2002 12:57
Leserbriefe vom Dezember 2002.

Tilman Kluge, Bad Soden
Betr.: Pro Bahn: Jeder zweite Kunde zahlt zu viel
23.12.2002 13:50 Uhr
Wenn Bahn-Chef Mehdorn dem Fahrgastverband Pro-Bahn rechtliche Schritte androht, muß Mehdorn zunächst vor der eigenen Tür Grundreinigung betreiben. Warum sonst fehlen auf den DB-Werbeplakaten für «Plan&Spar» die einschneidenden Einschränkungen «Rückfahrbindung», «Wochenendbindung» und «Solange Vorrat reicht». Wesentliche Einschränkungen dieser Art tauchen als «Kleingedrucktes» selbst beim billigsten Kaufhaus-Sonderangebot in der Werbung auf. Nur Mehdorn und Konsorten haben es mal wieder nicht nötig. Wer verzerrt hier was?

Täglich ist daher auch jenen DB-Kunden zu gratulieren, die sich als Besitzer der «alten BahnCard» nach wie vor um das neue DB-Tarifsystem samt allen Fußangeln nicht scheren müssen.


Walter Klag, Wien
Betr.: Karten sollen Ruinen vor Bomben schützen
22.12.2002 17:57 Uhr
Der Afghanistan-Krieg sollte neue US-Waffen testen, dies gilt auch für den bevorstehenden Irak-Krieg. Es geht nur vordergründig gegen den Terror, tatsächlich will man billiges Öl.

Ähnlich war es 1945 beim Abwurf der Atombomben auf Japan. Vordergründig wollte man den Krieg schnell beenden. Die Art der Vorbereitung und Durchführung der Atombombenabwürfe läßt aber klar seinen Charakter als wissenschaftliches Experiment erkennen: Vor ihren Einsätzen konnten die Wissenschaftler nur ungefähr die atomare Zerstörungskraft und Wirkungsweise bestimmen. Die Menschen von Hiroshima und Nagasaki wurden deshalb zu lebendigen Versuchsobjekten. Die Japaner waren damals schon zum Frieden bereit.

Die Reaktion der japanischen Regierung vom 28. Juli 1945 hätte in ihrer Übersetzung ins Englische sehr verschiedentlich interpretiert werden können. Es wurde jedoch die schärfste Version gewählt: Statt daß im Wortlaut der Übersetzung das Ultimatum «schweigend entgegengenommen wurde», wurde die Vokabel als «ignoriert» übersetzt. Die USA unternahmen daraufhin keinen Versuch mehr, mit Japan indirekt oder direkt in Kontakt zu treten; der Einsatzbefehl zum Abwurf der Atombomben blieb bestehen.


Günter Zühlsdorf, Isselburg
Betr.: Schröder und Gabriel werben für Zinssteuer
17.12.2002 9:54 Uhr
Das also ist des Pudels Kern: Zinssteuer her, um die Wahl in Niedersachsen zu retten und nebenbei die Staatskasse zu füllen, um weiter Milliardenbeträge (s. Bund der Steuerzahler!) zu verschwenden. Dazu gibt es sogar Beifall in den Medien – nur die Netzeitung bleibt cool – und sogar aus Unionskreisen, wenn auch verhalten. Eine Frechheit allerdings bleibt die Absicht, solche Steuereinnahmen für die Bildung zu verwenden. Bildung ist vor allem Ländersache, Pisa hat bewiesen, welche Landesregierungen besonders versagt haben, und dieses Versagen soll jetzt durch eine neue Steuer kaschiert werden.


Betr.: Der Kongress enttäuscht
Thomas Danell
9.12.2002 11:43 Uhr
Vielen Dank für Ihren Artikel. Es ist immer sehr erleichternd, etwas ausgesprochen zu finden, über das man sich sehr geärgert hat.


Bernd Richard Hinderer
9.12.2002 2:23 Uhr
Die Kommentierung übersieht eines: So sehr die Grünen sich mit politischen Inhalten beschäftigen müssen, so sehr gehört die derzeit diskutierte Frage zu eben diesen Inhalten. Wer Politik lediglich als Beschäftigung mit tagesaktuellen Fragen begreift, hat für diese Meinung kein Verständnis. Wer allerdings das Primat der Politik zumindest noch als notwendigen Anspruch bejaht, sollte sehen: Politischer Inhalt ist auch und gerade der Rahmen, in dem sich das Politisch-Pragmatische abspielt. Im aktuellen Fall: In welchem Selbstverständnis von Macht agieren (grüne) Politiker? Meinen Sie nicht auch, dass dies eine Angelegenheit politischer Ethik ist, die sich ganz unmittelbar auswirkt auch auf Inhalte? Kann es nicht sein, dass die Begrenzung persönlicher Macht ein Mehr an innerer Demokratie ermöglicht?

Spricht denn nicht vieles dafür, dass die unreflektierte Machtanhäufung von Politikern der restlichen Parteien diese in erster Linie zu Egozentrikern werden lässt, die vor allem einem Ziel dienen, ihrem Machterhalt? Liegt nicht hier die eigentliche Ursache für mafiöse Strukturen wie unter Helmut Kohl? Oder für die substanzlose Selbstinszenierung von Gerhard Schröder? Ich weiß, Politik braucht Macht und damit Machtbewusste. Aber wir müssen unterscheiden zwischen denen, die Politik zur Befriedigung ihres Egos nutzen und denen, die Politik hierfür benutzen. Erstere sind eine äußerst seltene Art, leider auch bei den Grünen vom Aussterben bedroht. Daher: Die derzeitige Debatte ist für mich ein Ausdruck politischer Ernsthaftigkeit. Und für die Beibehaltung der Trennung von Amt und Mandat zünde ich nicht nur eine Kerze an, sondern mindestens 20 - mein Weihnachtsbaum gibt mir die Gelegenheit dazu.


Franz A. Roski
Betr.: Bahn-Panne Ursache für neues ICE-Unglück
07.12.2002, 09:30 Uhr
Es ist ja nicht verboten, Bauelemente aus einem verunglückten Zug in einen anderen Zug einzubauen. Das machen andere Bahnen auf der Welt auch, und ich habe auch nichts dagegen, wenn es sich um Bauteile handelt, die mit dem früheren Unfall nichts zu tun haben.

Was mich aber überrascht: Bei der DB werden auch im Jahre 2002 noch hochsensible und für die Sicherheit des Bahnverkehrs essentielle Bauteile ohne Prüfung eingebaut.

Gab es da nicht einen Vorfall bei Eschede, mit über 100 Toten und noch mehr Verletzten, der erwiesenermaßen vermieden worden wäre, wenn geprüft worden wäre? Wenn die DB ihre eigenen Prüfvorschriften nach Vorschrift angewendet hätte?

Ich habe es mir bislang verkniffen, aus Pietät gegenüber den Unfallopfern --- aber anscheinend ist es doch nötig, um bei bestimmten Bahnmanagern wieder ein Bewusstsein für Sicherheit zu schaffen: Die DB benennt doch jetzt ICE nach Städten. Wie wäre es mit einem ICE mit dem Namen der niedersächsischen Kleinstadt Eschede - statt in weiß mit roten Streifen in weiß mit schwarzen Streifen?


Markus Jakobi, Kriftel
Betr.: Oasis musste Kaution zahlen
05.12.2002, 15:50 Uhr
Den Typen von Oasis sollte man auf Lebzeit bundesweites Auftrittverbot erteilen. Die Kaution von 238.000 Euro wird nichts bringen gegen die kriminellen Jungs. Die hocken auf der Kohle und können sich solch einen Spaß erlauben. Mein Mitleid für jeden, der diese Band durch CD-Kauf unterstützt.

Hans-Peter Hammer, Enger
Betr.: Müntefering fordert zum Sparen auf
02.12.2002, 23:09 Uhr
Wenn die Mehrheit der Bürger jetzt noch nicht begriffen hat, wohin die Reise geht, haben sie nichts anderes als diese «Regierung» und diesen «Kanzler» verdient, und Pisa beweist sich aufs Neue!

Das die SPD von Markt nichts hält, das Wirtschaften nicht versteht und sozial, ideologisch-zwangshaft mit der Endung «-istisch» schreibt, ist ja nicht neu.

Neu ist allerdings mit welcher Offenheit «Münte» dieses marktwirtschaftliche Unvermögen und die dahinterstehende Ulbricht-/Honeckersche Staatssozialismusvorstellung auch noch zum Ausdruck bringt.

Wann wird Herr Müntefering wohl den Bau einer Mauer forderen, um die «Besserverdienenden» an der «Republikflucht» zu hindern?


Frank Dohrmann, Borkwalde
Betr.: Gerhardt geht auf Distanz zu Westerwelle
01.12.2002, 11:51 Uhr
Es ist bewunderwert lesen zu dürfen, daß Wolfgang Gerhardt tatsächlich eine eigene Meinung hat und sogar bereit ist diese zu vertreten. Interessant ist zu dem, daß er von der Presse auch wirklich wahrgenommen wird. Das ist ein völlig neues und bemerkenswert ungewohntes Phänomen in Bezug auf die Person Gerhardt überhaupt. Hauser und Kienzle schrieben seinerzeit in ihrem Kochbuch voller kulinarischer und satirischer Köstlichkeiten: «Die Tür geht auf, niemand kommt herein, Wolfgang Gerhardt steht im Raum...» oder zumindest so etwas ähnliches. Aber Herr Gerhardt hat nun auch einmal etwas erkannt. Nicht Möllemann allein trägt an dem Debakel in der FDP Schuld, sondern vielmehr die Unentschlossenheit des liberalen Klüngels in sich. Big-Brother-Guido, selbstbekennender Yuppi in der Szene der Besserverdienenden, hat und hatte keine realistischen Ziele anzubieten. Das Primat lag auf Seiten der Eigenkosmetik der Person des Big Brother, weniger auf der Partei. Da ist nichts mehr übrig geblieben, was die FDP bieten könnte und was die anderen nicht auch irgendwie hätten, außer dem Bundeskanzlerkandidaten, für den sich am Wahltag kaum jemand interessierte - vor allem der Wähler nicht.

 
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