08. Sep 2004 15:44
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.
Werner Rosenthal
Betr.: Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen
20.09.2004, 15:21 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Bestürzung habe ich den Wahlerfolg der rechtsradikalen Parteien in Sachsen und Brandenburg zur Kenntnis genommen. Es ist eine Schande, daß diese Parteien die 5 % Hürde übersprungen haben.
Die Haltung der übrigen Teilnehmer an den Diskussionen während des Wahlabends halte ich für verständlich und richtig! Genau so richtig ist es, daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen den dumpfen Parolen der Rechtsextremisten keinen Raum zur Agitation bietet. Insofern bitte ich Sie bei der Berichterstatung über den Wahlabend nicht die Journalisten zu kritisieren, sondern die Vertreter dieser rechtsradikalen Parteien, die mit ihren dumpfen und primitiven Parolen beweisen, wes Geistes sie sind.
Nach meiner Meinung sind alle Medien gefordert, hier Position zu beziehen und zwar gegen Rechtsextremismus und für die freiheitliche Demokratie.
Mit freundlichen Grüßen
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Frank Neuhaus
DKV Deutsche Krankenversicherung AG
Peter Lux
Betr.: Bundesagentur bereitet Alternativlösung für Auszahlung des Arbeitslosengeldes II vor
20.09.2004, 15:21 Uhr
Da ist sie nun endlich: die Antwort auf die quälende Frage (die seit einiger Zeit etwa 2,5 Millionen in diesem Lande lebende, von «Mitnehmer-Mentalität» gezeichnete Sozial-schmarotzer umtreibt): Was soll geschehen, wenn hinsichtlich der Auszahlung des Arbeitslosengeldes II Anfang Januar 2005 nichts geschieht. Unsere weit vorausschauenden Politiker, die an alles denken, haben natürlich auch an diesen Fall gedacht (der ihnen noch vor kurzem als Horrorphantasie galt). Denn: Natürlich handele es sich um ein «sehr ehrgeiziges» Vorhaben, was niemand bestritten habe, und natürlich sei es Usus in solchen Fällen für den Notfall eine Ausweichstrategie zu ersinnen. In diesem Fall handelt es sich jedoch um etwas besonders Feines, eine Importe von unseren amerikanischen Freunden (was schon aus dem Namen hervorgeht): eine «Fall-back-Strategie».
Wenn also bei der (mit Hilfe der neuen Software vorzunehmenden) Feststellung der Anspruchsberechtigten von Arbeitslosengeld II ein Problem auftauchen sollte (was jedoch wiederum so unwahrscheinlich ist, dass man eigentlich die Fall-back-Strategie gar nicht brauchte), dann ist das eben gar kein Problem, weil dann die Fall-back-Strategie garantiert, dass alle Anspruchsberechtigten ihr Geld erhalten. Dafür hätten in diesem Fall dann die Verantwortlichen einzustehen. Natürlich gibt es noch keine Software, die im Falle des unwahrscheinlichen Eintretens dieses Horrorszenarios feststellt, wer die Verantwortlichen sind. Dafür dürfte dann wohl ein Sondertreffen nötig werden, bei dem die versammelten Verantwortlichen in einer Entschließung festlegen werden, wer für eventuelle Pannen bei der Auszahlung der (das Lebensminimum garantierenden) Alg-II-Gelder verantwortlich gemacht wird. Wenn die Verantwortlichen erst einmal beschlossen haben, wer verantwortlich gemacht wird, falls es - wegen eventueller Auszahlungspannen - bei denen, die dann nichts zum Leben hätten, zu Gewalttaten oder Suiziden kommen sollte - aber warum sollte man denn immer gleich an das Schlimmsten denken? -, ist die größte Gefahr bereits gebannt. Denn die eigentliche Leistung der Fall-back-Strategie besteht eben darin, dass im Vorfeld eine Klärung herbeigeführt wird, wer im Fall einer Worst-Case-Panne nicht verantwortlich ist, nämlich: die Verantwortlichen. Dass die Verantwortlichen nicht verantwortlich sind, können - auch wenn es dafür keine Software gibt - eigentlich nur Unverantwortliche bezweifeln, die vom diabolischen Drang besessen sind, die Hartz-Reform schlechtzureden.
Peter Emde
Betr.: Mitnahmementalität
17.09.2004, 17:27 Uhr
Das war mal wieder ein tolles Eigentor unseres Bundeskanzlers. Er als Politiker muß das gerade sagen. Was die Herren Politiker im laufe der Zeit so alles mitnehmen, geht in die Milliarden. Toll,den Leuten die jahrelang gearbeitet haben und viel Geld in den großen Topf eingezahlt haben, möchte der Herr Bundeskanzler auf die Finger klopfen, damit sie auf keinen Fall etwas aus dem Topf zurückbekommen. Millionen die nie einen Pfennig oder Cent eingezahlt haben sind die größten Mitnehmer! Was man in der letztren Zeit von Seiten unserer Politiker hört ist kaum mehr zu ertragen, kein Wunder das die Leute das Vertrauen endgültig verloren haben und nicht mehr zu den Wahlen gehen.
Gruß Peter Emde
Bernd Fischer
Betr.: Lehrerverband lehnt Einheitsschule ab
27.09.2004, 09:40 Uhr
Wieso maßt sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus,
eigentlich an, ein Urteil über die Krankenpflegausbildung in Finnland
abzugeben, die angeblich das deutsche Niveau nicht erreiche? Warum werben
dann wohl ausländische Krankenhäuser in finnischen Tageszeitungen um
finnische Krankenschwestern? Weil diese - im Gegensatz zu Herrn Kraus - um
das hohe Ausbildungsniveau der Krankenpflegeausbildung in Finnland wissen.
Die deutsche Bildungsmisere spiegelt sich in der anmaßenden Haltung des
Lehrerverbandspräsidenten
geradezu erschreckend wider. Statt sich mit der Kritik am deutschen
Bildungssystem sachlich auseinandersetzen, wird diese als «absoluter
Quatsch» zurückgewiesen und die Ausbildung in anderen Ländern wird
diskreditiert. Wie soll sich im deutschen Bildungssystem nur irgendetwas
ändern, wenn der Lehrerverband auf einem derart hohen Ross sitzt.
Bernd Fischer
Helsinki
Werner Rosenthal
Betr.: Interview mit Hermann Simon
08.09.2004, 10:29 Uhr
Simons Kommentare zu den Betern in der Synagoge Rykestraße zu DDR-Zeiten sind äußerst anstößig und mehr als arrogant. Diese damals älteren Menschen, die ja meist die NS-Zeit überlebten, als wenig intelligent im Kontext mit geringem materiellen Reichtum zu DDR-Zeiten und zickig hinzustellen, ist eine kaum noch zu überbietende Entgleisung. Simon, der angesichts seiner ja hinlänglich dokumentierten engen Verwobenheit mit dem SED-Regime eher zurückhaltend sein sollte, kennt wie immer nur einen Hauptakteur - sich selbst. Ist er dann auch unter wenig intelligent und zickig einzuordnen? Oder ist Intelligenz eine Konsequenz aus Reichtum, wie Simon es ja praktisch herleitet. Einst beutete Simon jene jetzt verschmähten Leute mit ihren Kenntnissen und historischen Unterlagen aus, um sich als «Historiker» zu profilieren.
Nun im vereinten Berlin zeigt Simon wie immer, dass er dem Mainstream zur Verfügung steht. Jene alten Berliner Juden der Rykestraße gibt es kaum noch. Heute sind an ihrer Stellen meist russische Juden dort zu finden. Sie sind die neue Klientel für Simon. Seine Geschichtsschreibung folgt weitgehend aktuellen Interessen-ohne zu vergessen, die eigene Familie gebührend herauszustellen. Alle Flecken werden mehr oder weniger geschickt umschifft. Ohne Simons Kenntnis und Zustimmung wäre es nicht zu der einen Skandal auslösenden Einladung an Flick und Schramm in die Synagoge gekommen. So war es immer: ob SED-Prominenz oder NS-Anhang-Simon hat damit keine Probleme. Das schäbige und beleidigende Verhalten Simons ist ein schlimmer Beleg für den persönlichen Opportunismus bestimmter jüdischer Funktionsträger. Auch deshalb besitzen die jüdischen Gemeinden Deutschlands ein so geringes Ansehen im Ausland.
Gerhard Dörries, Berlin
Betr.: Flick nimmt nicht an Synagogenfeier teil
07.09.2004, 16:33 Uhr
Es ist bedauerlich, dass es nicht zu einer vollständigen Verständigung und Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden kommt. Friedrich Christian Flick ist der Enkel des Täters, nicht der Täter selbst - wenn alles ererbte Geld dieser Welt auf Moral und Ethik überprüft würde, dann dürfte es sicherlich auch keine Erben von Gold- und Diamant-Minen geben, deren Reichtum durch die Ausbeutung und den Tod von Menschen vermehrt wurde, oder Land der Indianer in den USA. Und die Erben der Vermögen, die durch Sklaverei/Leibeigenschaft erworben wurden? Wir Deutsche haben eine Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volk, gerade deshalb ist es an der Zeit, endlich unvoreingenommen eine Verständigung zu finden und die schließt Herrn Flick selbstverständlich ein - Sippenhaft gibt es in Deutschland nicht mehr. Leider haben liberale Juden in diesem Land eine zu leise Stimme.
Gunther Schirmer, Leipzig
Betr.: ZDF-Sportchef in der Kritik
05.09.2004, 13:28 Uhr
Poschi - wie er «liebevoll» genannt wird - geht vielen Zuschauern schon lange auf die Nerven. Seine immer aufgeregte Art zu sprechen vermittelt den Eindruck von Ungeduld und latenter Zeitnot. Das Ende seiner Sätze ist meist unverständlich, weil er die letzten Worte total vernuschelt. Mehr als peinlich ist, dass sich die Berichterstatter seit neuestem untereinander mit ihren Spitznamen anreden. Poschi, Buschi usw. Das erweckt den Eindruck als wäre man in eine der Blödsendungen von SAT1, PRO7 und anderen «Werbesendern mit Programm-Unterbrechung» geraten.
Aber man sollte - wenn man Poschi aussortiert - nicht bei ihm haltmachen. Es gibt noch einige «Kollegen», die einem jede Sportsendung vermiesen können. Da denke ich zuallererst an Waldi. Jubel, als ich hörte, dass er vom Sender viel Zeit bekommen hat, seine Werbeverträge zu sortieren. Aber offensichtlich hat er seine Bosse derart in der Hand, dass diese gleich wieder zurückgerudert sind.
Für mich ist die derzeit beste Berichterstatterin Monica Lierhaus. Sie ist klug, außerordentlich gut vorbereitet und kann interessante Inteviews gestalten. Dazu kommt, dass sie ein äußerst erfreulicher Anblick ist. Und das ist m.E. wichtig im Medium Fern«sehen».
Dr. Walter Graßmann, Bayerische Staatsbibliothek, München
Betr.: 30.000 Bücher bei Brand in Weimar beschädigt
03.09.2004, 11:38 Uhr
Dieser Brand ist eine der bittersten Katastrophen, die es im deutschen Bibliothekswesen seit 1945 gegeben hat. Damit ist eine der zehn wichtigsten deutschen Bibliotheken abgebrannt. Die Anna-Amalia war zwar nicht die bedeutendste und auch nicht die größte, aber sie war die schönste in Deutschland.
Aus dem Beitrag ist zwar nicht ganz genau zu ersehen, welche Bestände betroffen waren. Der besondere Verlust liegt aber darin, dass die Anna-Amalia-Bibliothek alleine schon als Ensemble in sich ein einzigartiges Kulturdenkmal darstellt. Wohl gibt es einen Teil der vermutlichen betroffenen Bücher auch noch an einem anderen Ort. Aber: Nirgendwo sonst gibt es - gab es! - diese einzigartige Kombination von wertvollsten Buchbeständen, Bucheinbänden und Bibliotheksgebäuden.
Als besonders tragisch darf gelten, dass gerade die Anna-Amalia eine der Bibliotheken ist, die sich wie nur wenige andere der Bucherhaltung und Buchrestaurierung verschrieben hat. Sie ist eine der wichtigsten Mitgliedsbibliotheken der seit 2001 arbeitenden „Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes“.
In diesem Zusammenhang darf ich darauf verweisen, dass durch diese Katastrophe die Archiv- und Bibliothekslandschaft im Osten Deutschland zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit einen herben Verlust erlitten hat. Die Schäden des Jahrhunderthochwassers von 2002 sind bis heute nicht vollständig behoben.