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Leserbriefe im November 2005

10. Nov 2005 14:37, ergänzt 25. Nov 2005 16:26
Ihre Meinung zu aktuellen Themen.

Horst Winter
24. November 2005, 7:59
Betr. Volker Beck versus Vatikan
Was erlaubt sich Strunz oder in diesem Falle: Was bildet sich eigentlich Herr Beck ein, wer er ist? Er sollte besser originäre grüne Politik machen (falls es die überhaupt noch gibt), statt sich dauernd wie Herr Wowereit nur den Interessen einer Minderheit verpflichtet zu fühlen und für diese lauthals Reklame zu machen. Toleranz ist gut und schön, und mich interessiert die sexuelle Ausrichtung meiner Mitmenschen herzlich wenig, wenn sie im Umgang angenehm sind - wie H.P. Kerkeling, Jaecki Schwarz oder Guido Westerwelle. Was mich stört ist diese abschreckend grelle, laute Schwulenlobby, die im Grunde diese Menschen nur in Verruf bringt.

Klaus Rimpler
23. November 2005, 13:56
Betr. Bitte keine Neiddebatte!
Die Gesetzliche Krankenversicherung muß ihre systeminternen Problem systemintern bedienen - und das Ministerium soll sich nicht in marxistischer Doktrin das Geld bei denen holen, die auch für ihre Zukunft vorsorgen durch ihre Tarifzahlungen. Ich bin Kassenpatient und zufrieden.

Werner Häfner
22. November 2005, 14:14
Betr. Bundeskanzlerwahl
Ach wie gern hätte die FDP gemeinsam mit den Unionsparteien Politik gemacht, und besonders gern wäre deren Vorsitzende Guido Westerwelle an der Seite von Frau Merkel, obwohl er im Leben nicht auf Frauen steht, Vizekanzler geworden. Da ging schon vor sieben Jahren seine Kanzlerkandidatur in die Hose, und nun wollte die kleine FDP mit Guido Westerwelle wieder keiner haben. Da stampft man mit den Füßen auf, so wie es kleine Kinder zu tun pflegen, wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen können, und verweigern Angela Merkel ihre Stimme zur Wahl als Bundeskanzlerin. Rache ist eben süß!

Zoran Zorko
17. November 2005, 13:29
Betr. Ärzteprotest
Ich möchte zu den Ärzteprotesten gegen die Honorarpolitik der Krankenkassen eine Leser- beziehungsweise Patientenmeinung äußern. Ich bin der Meinung, dass hier einiges nicht richtig läuft. Ich finde, dass die Ärzte nicht überbezahlt sind. Sicher gibt es einige, die überdurchschnittlich verdienen, aber die meisten Krankenhaus- und der niedergelassenen Ärzte werden sicher nicht nach der Leistung, die sie erbringen, honoriert. Wenn ich als Dreher so viele Stunden - ohne eine solch große Verantwortung - arbeiten würde, hätte ich wahrscheinlich mehr verdient als mancher Arzt. Wie sieht es bei den niedergelassen Ärzten aus? Sie öffnen um 8 Uhr morgens ihre Praxis, viele haben da schon Hausbesuche hinter sich. Mittagspause? Nein, weitere Hausbesuche. Um 17 oder 18 Uhr wird mit Glück die Praxis geschlossen. Feierabend? Nein, weitere Hausbesuche. Wenn man sich ansieht, was der Arzt für einen Hausbesuch bekommt: Dafür würde ein Handwerker nicht einmal seine Tür aufmachen. Ich denke, wir sollten nicht alle Ärzte zu Millionären machen, sie aber doch entsprechend ihrer Leistung, die sie unbestritten erbringen, bezahlen.

Gunther Schirmer
10. November 2005, 13:10
Betr. Panzer-Deal mit Türkei empört Grüne
Welch ein Glück für die neue Regierung. Sie muss in ihren Reihen keine Leute wie Frau Roth, Herrn Ströbele und ähnliche ertragen! Als Opposition können die Grünspanlinge ja sicher viel Spaß bereiten. Man wird es erleben. Und dann noch die Herren Lafontaine und Gisy mit ihrem Haufen. Da muss man sich ja richtig Termine freischaufeln, um Phönix gucken zu können. Immer vorausgesetzt, dass Rot-Schwarz endlich mal in die Puschen kommt.

Olaf Löbe
10. November 2005, 12:25
Betr. Was bringt eine zweijährige Probezeit?
Eine Probezeit sollte ja dazu dienen, damit der Arbeitgeber eine Chance bekommt, während dieser Zeit festzustellen, ob der Arbeitnehmer auch für die Aufgabe geeignet ist. Im Falle einer negativen Bewertung hat der Arbeitgeber so während dieser Zeit die Möglichkeit, den Arbeitnehmer ohne größere Probleme wieder zu entlassen. Was bringt hier denn nun eine Verlängerung der Probezeit auf zwei Jahre? Vielleicht liege ich ja falsch, aber ein Arbeitgeber, der nach sechs Monaten noch nicht beurteilen kann, ob ein Angestellter geeignet ist oder nicht, der sollte selber einmal über seine Eignung nachdenken. Zusätzlich besteht heute schon die Möglichkeit, über befristete Arbeitsverträge Personal für begrenzte Zeiträume einzustellen. In diesem Sinne dient eine Verlängerung der Probezeit doch einzig und allein der schleichenden Einführung einer «Hire-and-Fire-Gesellschaft». Und was bedeutet das für die (Volks-)Wirtschaft? Jetzt mal ganz ehrlich: Was wird denn von einem Arbeitnehmer erwartet, der ganze zwei Jahre mehr oder weniger täglich damit rechnen muss, gekündigt zu werden? Eine Konsumsteigerung hat das bestimmt nicht zur Folge! Und genau das ist es doch, woran unsere Wirtschaft krankt...

Georg Addison
2. November 2005, 14:18
Betr. Verwirrung um Gabriel als SPD-General
Das Verhalten der Parteien ist ein Polit-Kasperltheater. Ich frage mich ernsthaft, ob wir tatsächlich mit Politikern zu tun haben, die dem Volk dienen wollen, oder mit machtbessesenen Politikern, die mehr an ihren Privilegien und ihrer Machterhaltung interessiert sind.

Anne Koark
1. November 2005, 23:24
Betr. Politische Reise nach Jerusalem
Ich habe gehört, dass das Spiel «Reise nach Jerusalem» nicht mehr so genannt werden darf. Als Engländerin ist es jedoch für mich sehr schwer, immer wieder und immer wieder neue Namen für Sachen zu lernen. Deshalb hoffe ich, wenn ich diesen Namen verwende, dass jemand weiß, wie die momentan politisch korrekte Bezeichnung hierfür nun heißt und mir hier aushilft.Ich lese, dass Frau Merkel nicht ins Kanzleramt will und dass eine Reihe von verschiedenen Staatsbesitzen dieses Mal nicht in Anspruch genommen werden oder durch die Nichtinanspruchnahme des Bestimmten jemand anderem zufallen. Das kommt mir so vor wie dieses Spiel «Reise nach Jerusalem». Kein Wunder, dass dann keine Zeit für eine Koalitionsbildung bleibt, denn «Reise nach Jerusalem ist wirklich «in». Gerade macht die SPD dieses Spiel zum Zufallsgenerator für die Besetzung des Amts des Generalsekretärs. Frau Nahles findet das Spiel jetzt auch gigantisch und will weiter. Herr Stoiber von der CSU hat scheinbar auch gehört, dass die politische «Reise nach Jerusalem» richtig Spaß macht. Bayern oder Berlin - das wird sich zeigen! Bin gespannt, wer auf wessen Stuhl hockt, wenn die Musik aufhört. Zumindest bleibt aber das Kind in uns erhalten, das dieses Spiel einfach genießen will. Schade, dass die FDP und die Grünen Spielverderber bleiben, denn jetzt wäre es nämlich an der Zeit, dass die Jamaika-Koalition auch von Stuhl zu Stuhl mithüpft. Frau Merkel spielt auch nicht mit, hat aber ihren Stuhl sicher - mit oder Musik! Ob das lustig ist, ist die Frage! Auch wenn wir während des Spiels keineswegs regiert werden können, bleibt uns bei eventuellen Neuwahlen die Option der «Reise nach Jerusalem» für die Abgabe unserer neuen Stimme offen. Es lebe die Flexibilität!

 
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