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Leserbriefe im Oktober 2006

10. Okt 2006 14:30, ergänzt 31. Okt 2006 15:41
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Gunther Schirmer
31. Oktober, 13:14
Betr. Hoeneß' Pöbeleien kommen nicht gut an
Das sind die Hoeneß-Gene. Man schaue doch nur mal nach München. Uli ist aber offensichtlicher etwas intelligenter, denn er hat gelernt, seine Schiri-Kritiken so zu verpacken, dass man ihm nicht an den Kragen gehen kann. Oder Herr Roth traut sich nicht an ihn ran. Die zu erwartende Geldstrafe steckt der Berliner Höneß sicher locker weg, aber was er seiner Mannschaft damit antut, das bedenkt er nicht. Ich kann mir vorstellen, dass manches Foul eines Herthaners schneller gepfiffen wird, als vom Gegner. Schiris sind auch nur Menschen. Und unter ihnen herrscht auch ein gewisser Corpsgeist. Also was soll die ganze Aufregung. Eine Entschuldigung für eine schlechte Mannschaftsleistung ist das sowieso nicht.

Hansi Wiedemann
29. Oktober, 10:53
Betr. Finanzen in Deutschland
Ich frage mich allen Ernstes, wie lange soll das in Deutschland noch so weiter gehen mit unserer Bürokratie, mit unseren Beamten und Politflaschen. Jeden Tag 20 Diskussionen auf den Bildschirm, und keiner traut sich sagen, warum in Deutschland kein Geld mehr da ist für Forschung Bildung Kindergärten usw. Ich sage Ihnen jetzt, warum das so ist, und die Medien wissen es genau so - nur traut sich dieses Problem keiner anzugehen (...). Denn es kann doch nicht sein, dass uns dieses Beamten-«Klientel» 50 Jahre mit einer Bürokratie überzogen hat - ganz Deutschland diese Scheiße geritten hat und keiner für die Billionen Steuerverschwendungen je zur Rechenschaft gezogen wurden. Zum Dank sitzen diese «Herrschaften» zu Hause mit doppelt so hohen Pensionen wie in der freien Wirtschaft und schauen gelangweilt zu, wie dieses Land vor die Hunde geht. Die jetzt sprudelnden Steuern müssen nur mehr zum Stopfen der Pensionskassen für dieses unfähige Volk erwirtschaftet werden.

Hans Schlummer
28. Oktober, 11:35
Betr. Ein verlogenes Land
Mit van Hagens Staatlicher Genehmigung, Leichen zu zerfleddern und auszustellen, hat Deutschland sich an die Spitze der pervertierten Länder in der Welt gestellt. Wenn nun Soldaten vor lauter Langeweile sich daran ein winziges Beispiel nehmen, werden Sie entlassen, und die Führung tut erstaunt und überrascht. So schizophren und nicht anders sollte man sich man sich unsere Landes -und Staatsführung vorstellen die UNS! erklären will, wie denn deutsche Moral auszusehen hat. Es passt einfach perfekt zusammen, was sich in den Köpfen der Obrigkeit abspielt. Und dabei denke ich auch an die Verurteilung eines Vertreibers von «Anti-Nazisymbolen», der wegen Verbreitung von Nazisymbolen! von einem deutschen Gericht abgestraft wurde. So krank wie diese Beispiele ist unser Land, und ich freue mich ehrlich, wenn ich in die Kiste springe und diese kranke Moral nicht mehr ertragen muss.

Edelgard Werthenbach
28. Oktober, 11:24
Betr. Respektlosigkeit mit zweierlei Maß gemessen
Ist Deutschlands Gesellschaft krank? Seit Tagen wird in allen Medien darüber berichtet und geredet, dass junge Soldaten, die sich in Afganistan unter härtesten Bedingungen für andere einsetzen, mit Totenschädeln von Unbekannten gespielt hätten. Die Soldaten müssen sich ja wundern, dass in Deutschland auf einmal Respekt gefordert wird, der den Deutschen doch schon in der Generation ihrer Eltern abgewöhnt wurde. Ich kann dieses Scheingerede nicht mehr hören, besonders wenn ich daran denke, daß ein Regisseur in seiner «Idomeneo»- Inszenierung Religionsführer köpfen lassen darf, ohne daß sich bei uns jemand darüber aufregt. Im Gegenteil, die mit Rücksicht auf die Moslems abgesetzte Inszenierung kommt jetzt wieder auf den Spielplan. Ich frage mich, was ist das für eine Gesellschaft, wo Respekt mit zweierlei Maß gemessen wird? Wenn der Papst den Respekt gegenüber dem Leben und allen Religionen anmahnt, beschwert sich Frau Roth über eine Einschränkung der Freiheit. Wenn einige Moslems nicht so respektlos mit dem Leben anderer Menschen umgingen, würde ich sagen, die Muslime können besser zwischen der Tat des Regisseurs und der Tat der Soldaten unterscheiden als wir.

Manfred Vogel
26. Oktober, 22:25
Betr. Totenschädel
Die Gebirgsjäger in Mittenwald waren schon immer für deftige Späße bekannt. Kann an der harten Ausbildung liegen. Sicher war das diesmal nicht die feine Art und gehört disziplinär behandelt. Aber ob es überhaupt moralisch gerechtfertigt ist, dass unsere Soldaten in Afghanistan stehen, ist noch eine andere Frage. Aber was «Bild» da gemacht hat, kann ich gar nicht vor Empörung ausdrücken. Und über den Kameraden, der die Bilder herausgerückt hat, erst recht nicht.

Gerhard Dörries
25. Oktober, 15:41
Betr. Totenschändung in Afghanistan: Historiker greift Ex-Minister Struck an
Das ist schon eigenartig, dass sich wieder Michael Wolffsohn als Moralapostel aufspielt. Für die wahrscheinliche Totenschändung durch deutsche Isaf-Soldaten in Afghanistan trägt nach Ansicht des Münchner Historikers Michael Wolffsohn der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) die Verantwortung. «Es reicht nicht, nach Bauernopfern zu suchen, die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden(...)» Verantwortung übernehmen sollen immer die «Anderen» - erinnern wir uns noch an die n-tv-Talkshow «Maischberger» vom 5. Mai 2004, in der Herr Wolffsohn kundtat: «(...) Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter oder die Androhung von Folter für legitim.»

Rechenschaft? Folgen? Keine. «Wenn sich die Bürger der Uniform entziehen, gibt es immer weniger 'Bürger in Uniform', eher Rambos in Uniform.» Wolffsohn ist aber nicht nur Historiker, sondern auch ein Ausbilder von Soldaten, er lehrt an der Universität der Bundeswehr in München, Bayern. Wer, wie er, Folter legitimiert, muss sich über «Rambos» nicht wundern. Man mag das Posieren mit dem Schädel eines Menschen für geschmacklos halten, für einen misslungenen «Scherz» oder aber - und das wäre viel bedenklicher - für die Darstellung einer neuen «Division Totenkopf».

Vielleicht haben die Soldaten aus Langeweile ein paar makabre Bilder für daheim machen wollen. Dem Ansehen Deutschlands und der Sicherheit ihrer Kameraden haben sie - mit Hilfe der «Bild»-Zeitung - auf jeden Fall geschadet.

Konsequenz: Alle deutschen Soldaten zurück in die Bundesrepublik, Schluss mit den Werbeverkaufsveranstaltungen der Rüstungslobby et al. und endlich ein entschiedenes Durchgreifen gegen die sogenannten «Einzelfälle» von u. a. antidemokratischen Verhalten in der Bundeswehr und in der Gesellschaft!

Klaus Barnehl
21. Oktober, 22:58
Betr. Stein dringt auf Initiative gegen Rechtsextremismus
Vorweg,ich bin parteilos, muss mich daher auch keiner Ideologie unterordnen! Bisher ging ich immer davon aus, dass Herr Schimon Stein israelischer Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland ist. Am Ende des Artikels heißt es unter anderem: «Der Botschafter verlangte in diesem Zusammenhang größere Finanzmittel für die Bekämpfung des Rechtsradikalismus.» Früher hieß so etwas «Einmischung in fremde Angelegenheiten».

Im gleichen Artikel, blauer Balken Punkt 2, heißt es : Sorge über Judenfeindlichkeit in Ostdeutschland. Ich kann dies nicht beurteilen. Mir ist durch Mitteilung anderer nur bekannt, dass die so genannten Kontingentflüchtlinge, also russische Juden 100 Prozent Rente erhalten, im Gegensatz zu den Ex-DDR Bürgern, die ja nur 80 Prozent bekommen. Obwohl sie nie eine Kopeke in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Rentner und ALG-Empfänger sind im Osten nicht allzu rosig gebettet, sie fühlen sich benachteiligt, auch im Gegensatz zu den so genannten Kontingentflüchtlingen. Auch ist bekannt, daß ein nicht unerheblicher Teil dieser Kontingentflüchtlinge von Sozialhilfe lebt. Der Staat Israel hätte diese Leute lieber im eigenen Land, aber scheinbar lebt es sich im Land der Täter doch paradiesischer. Könnten diese von mir erwähnten Punkte nicht auch ein Grund für die beklagte Judenfeindfeindschaft sein?

Gunther Schirmer
10. Oktober 2006, 13:31
Betr. Struck schlägt moderatere Töne an
Warum kann Herr Struck nicht einfach nur schweigen? Diese Kehrtwendung seiner Einstellung zum Koalitionspartner ist doch lächerlich. Oder hat ihm das sein Vorsitzender so «geraten»? Er wird sich nie ändern. Warum geht er nicht einfach nach Hause? Er hat doch seinen Ruhestand verdient. Querulanten kann diese Koalition am allerwenigsten gebrauchen. Die Alten aus der «roten Garde» sind nicht mehr zeitgemäß. Also schenkt ihnen ein Abschiedsspiel und es ist gut.

Hubert Meier
6. Oktober 2006, 10:22
Betr. Zentrale Punkte nicht verfassungsgemäß
Alle, die da jammern, befürchten wohl, dass sie in Zukunft, da in der PKV versichert, mehr Solidarität üben müssen. Wäre der Kompromiss verfassungswidrig, bliebe nur die Kopfpauschale + Sozialsteuern für alle oder die Bürgerversicherung (von allen und allem für alle). Denn das derzeitige System unserer Sozialversicherung, in dem sich PKV-Versicherte, Beamte und freie Berufe (Berufsständische Alterssicherung) aus der Solidarität verabschieden, ist selbst verfassungswidrig. Dass jetzt alle schreien, die etwas zu verlieren haben, stimmt mich zuversichtlich, dass es besser und solidarischer wird. Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass Beck in der GKV ist und Merkel aus dem Osten kommt. Beide kennen Solidarität noch aus eigener Erfahrung.

 
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