Von den Kürzungen sind besonders die ostdeutschen Länder betroffen, weil dort die Landwirtschaft von großen Nachfolgebetrieben der DDR-Genossenschaften geprägt ist. Sie gehören zu den Unternehmen, die bisher mehr als 300.000 Euro jährliche Subventionen aus Brüssel erhalten und bei denen jetzt stärker als bei kleinen Unternehmen gekürzt werden soll. Allein die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern verlören bis 2012 weitere 23,9 Millionen Euro, wie Backhaus sagte. Die gewachsene Agrarstruktur in den neuen Ländern werde mit der EU-Reform schwer beschädigt, klagte Woidke. Auch ökologisch hätten die Kürzungen keinen Sinn, weil die Landwirte Zahlungen schon jetzt im Wesentlichen nach den Umweltrichtlinien erhielten. Nach Woidkes Auffassung hat die EU mit den Beschlüssen einen Politikwechsel eingeleitet: Werde die degressive Verteilung der Fördermittel salonfähig, werde es dies bald auch in anderen Bereichen der Agrarförderung geben, warnte er.
Weiterer Bestandteil der Mini-Reform der EU-Agrarpolitik ist die Erhöhung der Milchquote. Sie begrenzt die Menge, die produziert werden darf, um die Preise stabil zu halten. Die Quote wird von nächstem Jahr an bis 2013 um jährlich 1 Prozent erhöht. Allerdings soll es auf Wunsch Deutschlands 2010 und 2012 eine Überprüfung geben, ob die Lage am Markt weitere Erhöhungen hergibt. (AP, dpa)